Veranstaltungen

Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne

Buchpräsentation, Vortrag und Diskussion, online, 1. Juli 2020, 17.30-19.30

Epistemische Gewalt formt die Welt seit Jahrhunderten – es ist Zeit, sie besser verstehen zu lernen.

Vortrag: Claudia Brunner, Universität Klagenfurt, Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung am Institut für Erziehungswissenschaften und Bildungsforschung

Kommentar: Aram Ziai, Universität Kassel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften

Moderation: Manuela Boatcă, Universität Freiburg, Institut für Soziologie

Eine Veranstaltung des Zentrums für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt und der Frauen*solidarität, Wien.

Queer-feministische Perspektiven auf ‚glokale‘ Konflikte

Panel beim Jahreskolloquium der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK), mit Beiträgen von Antke Engel, Noemi Stelzig, Ralf Buchterkirchen und Hanna al Taher, Schwerte (März 2020)

Obwohl das Feld der Friedens- und Konfliktforschung immer noch als maskulinistisch, androzentrisch und heteronormativ bezeichnet werden muss, haben Geschlechterfragen darin immer wieder Konjunktur. Auch Friedenspolitik macht Geschlecht wiederholt zu einem Referenzpunkt unterschiedlicher Argumentationen im Kontext internationale Konflikte, und das auch dort, wo sie keinerlei feministischer Expertise verdächtig ist. Feministische und queere Stimmen begleiten diese Entwicklung mit scharfer Kritik, verbleiben zumeist jedoch an den Rändern der Auseinandersetzung, wenn sie nicht nur Geschlechterverhältnisse im zu befriedenden ‚Anderswo‘ thematisieren, sondern auch deren konfliktreiche Verstrickung mit Gewaltverhältnissen problematisieren, die im dominanten ‚Hier‘ zu verorten sind. Diese Verbindungslinien in den Blick zu nehmen ist das Ziel dieses Panels.

Gewalt weiter denken - Transdisziplinäre Theoretisierungen von Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne

Wilde Theorie #23 mit Claudia Brunner

Vortrag und Diskussion: 14. Januar 2020, 18.00 (s.t.) – 19.30 Uhr

Workshop für Interessierte: 15.Januar 2020, 10.15 – 12.45 Uhr
Anmeldung unter: gundula.ludwig@uni-bremen.de

Raum 7.2210 (InIIS), Unicom Gebäude, Mary-Somerville-Straße (Haus Wien) 7

Das Plakat zum Herunterladen (PDF)

Gewalt ist nicht nur Ereignis, sondern auch Prozess und Verhältnis. Sie zerstört Ordnung nicht nur, sondern begründet sie und hält sie aufrecht. Der Dimension des Wissens wird dabei in konventioneller Forschung wenig Bedeutung beigemessen, gilt sie doch als Gegenteil von oder als Gegenmittel zu Gewalt. Mit dem Begriff der »epistemischen Gewalt« rückt Claudia Brunner den konstitutiven Zusammenhang von Wissen, Herrschaft und Gewalt in der kolonialen Moderne, unserer Gegenwart, in den Fokus. Ausgehend von feministischer, post- und dekolonialer Theorie konturiert sie in Auseinandersetzung mit den Konzepten struktureller, kultureller, symbolischer und normativer Gewalt ein transdisziplinäres Konzept epistemischer Gewalt.

Utopisches und Visionäres für die Realität der Friedens- und Konfliktforschung

Utopisches und Visionäres für die Realität der Friedens- und Konfliktforschung, Tagung des Netzwerks für Friedens- und Konfliktforschung in Österreich (NeFKÖ), Stadtschlaining (29. und 30. November 2019)

Wandel der Herrschaft – Wandel der Kritik?

Panel beim Jahreskolloquium der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK), mit Beiträgen von Sabine Jaberg, Michael Berndt und Thomas Mickan, Berlin (13. April 2018)

Seit den Anfängen der institutionalisierten Friedens- und Konfliktforschung hat sich die politische Situation in Europa und weltweit massiv verändert. Auch zeigen Formen von Macht, Herrschaft und Gewalt in jedem Jahrzehnt ein anderes Gesicht. Im Laufe dieser für die AFK immerhin 50 Jahre sind die Themen und Gegenstände der Friedens- und Konfliktforschung (FuKF) vielleicht nicht grundsätzlich andere, gewiss jedoch zahlreicher geworden. Zugleich hat sich auch das Feld der Wissenschaften, in dem FuKF stattfindet, enorm gewandelt, sowohl in Bezug auf ihre politischen und sozialen Rahmenbedingungen als auch hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Dimensionen.

Ausgangspunkt für das Panel ist der rote Faden der Herrschaftskritik als Konzept, Position, Haltung und Praxis in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit gewaltförmigen Konflikten und den Voraussetzungen ihrer Vermeidung und/oder Transformation. Einst starker Impetus für die Gründung der FuKF und auch die AFK selbst und getragen von den sozialen Bewegungen ihrer Zeit, haben herrschaftskritische Positionen im Laufe der zunehmenden Professionalisierung des Fachs und des gesellschaftlichen Wandels scheinbar an Terrain und Selbstverständlichkeit verloren. Nicht zuletzt die 2015 erfolgte Gründung des Arbeitskreises „Herrschaftskritische FuKF“ in der AFK zeigt jedoch, dass Herrschaftskritik von jeder Generation neu artikuliert und der Versuch unternommen wird, sie den jeweiligen politischen, sozialen und wissenschaftlichen Transformationen anzupassen.

In der Diskussion zwischen drei Vertreter_innen unterschiedlicher Phasen herrschaftskritischer Debatten in der deutschsprachigen FuKF werden u.a. folgende Fragen aufgeworfen:

  • Worin besteht der Wandel und worin die Kontinuität herrschaftskritischer FuKF? Was gilt es sinnvollerweise zu adaptieren und was soll unbedingt beibehalten werden? Welche Aspekte betreffen Inhalte und Positionen und welche soziale, strukturelle oder andere Dimensionen?
  • Welche manifesten politischen Ereignisse haben welche Generation von Friedensforschenden geprägt und in welchem Zusammenhang steht dies mit ihren inhaltlichen Positionen und ihrem akademischen Werdegang? Welche wissenschaftlichen Auseinandersetzungen prägen in diesem Zusammenhang die jeweiligen Phasen der FuKF und was können wir daraus lernen?
  • Welche strukturellen Bedingungen hinsichtlich Wissenschaft und Politik erleichtern oder erschweren herrschaftskritische Positionen innerhalb der FuKF und darüber hinaus?
  • Wie gestaltet(e) sich zu unterschiedlichen Zeiten das Verhältnis von notwendiger akademischer Binnenkritik innerhalb des Feldes und politischer Intervention in öffentliche Debattenfelder?
  • Welche Allianzen zwischen den biografischen und akademischen Generationen können gebildet werden und was ist dafür notwendig? Welche Widersprüche und Gegensätze müssen und sollen ausgetragen werden?
  • Welche tragenden Verbindungen gab und gibt es zu herrschaftskritischen Akteur_innen der FuKF jenseits bundesdeutscher politischer, akademischer und kognitiver Grenzen? Inwiefern können diese im Sinne einer stärkeren politischen Relevanz kritischer Positionen gestärkt werden?
  • Wie gelingt angesichts der zunehmenden Professionalisierung des wissenschaftlichen Feldes, die mit abnehmender Durchlässigkeit einhergeht, sowie angesichts der Fragmentierung und Beschleunigung sozialer Bewegungen eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und anderen politischen Akteur_innen am gemeinsamen Schnittpunkt von Herrschaftskritik?
  • Wie kann herrschaftskritische FuKF lebendig bleiben, ohne stets ‚das Rad neu erfinden‘ zu müssen?

Try Again, Fail Better: Practices and Strategies of ‘Decolonising the Academia’ under Conditions of Coloniality

Round Table bei der Jahrestagung der British International Studies Association (BISA)
15. Juni 2017, Brighton

Facing the colonial condition in everyday academic practices and being diversely subjectified by coloniality ourselves, this roundtable focuses on practices and strategies that aim at “decolonising“ this very field. It is an invitation to talk about concrete challenges and limits to this endeavour – and how to deal with them.

These questions shall not be answered through theoretical debates, but start from the speakers‘ own experience, across obstacles, failures, success and best practices. What exactly do we do? And how do we do it? Which are the effects that we expect from a decolonial approach? What are its corresponding practices? How can we avoid co-optations and depoliticisations of the endeavour, and in which ways are we possibly reproducing them?

Based upon the speakers‘ experience and expertise in “un/doing ir“, examples will include publication strategies in a highly commodified landscape of research and expertise, teaching or designing curricula in a eurocentrist setting of higher education, conducting research between the Global South and the Global North, building political-academic alliances across various fields of intervention, or engaging in university politics or unions in higher education and the academia etc.

Speakers: Rosalba Icaza Garza (Institute of Social Studies, The Hague), Meera Sabaratnam (SOAS, University of London), Klaudia Rottenschlager (University of Vienna), Chair: Claudia Brunner

For an example of how to decolonize the university see Report of the University of Amsterdam Diversity Commission

Peace Research and (De)Coloniality

Panel bei der gemeinsamen Konferenz von AFK und EuPRA “Peace and Conflict Studies from the Margins to the Center: Rethinking Europe in an Unequal World”
16.-18. März 2017, Schwerte

Friedensforschung und (De)Kolonialität

Workshop des AK Herrschaftskritische Friedensforschung der AFK
7.-9. Dezember 2016, Wien

Programm
Tagungsbericht
Workshop Summary

Gefördert von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF), veranstaltet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Herrschaftskritische Friedens- und Konfliktforschung der AFK

Un/Ordentliches Wissen

Panel beim Jahreskolloquium der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK)
4. März 2016, Bonn

Exploring Epistemic Violence

Workshop, Queen Mary University of London, School of Politics and International Relations, 22. Februar 2016

While the notion of epistemic violence is well-known in post- and decolonial studies, it is still still absent in IR, Peace and Conflict Studies, Political Philosophy and other fields of knowledge that deal with issues of violence of all sorts. The aim of the workshop was to discuss the supposedly simple question of what epistemic violence actually is and does, and how we can make use of it in the above mentioned fields of inquiry.

How can we frame it as a concept, and how can we approach phenomena that we would describe with that notion? How can we discern a post- and decolonial concept of epistemic violence from or link it with other wide understandings of violence, such as structural, symbolic, discursive, visual violence etc. that stem from a Eurocentrist tradition of thought? From a post- and decolonial point of view, should we give up common and narrow concepts of violence altogether or can we find plausible ways to link them with a thicker concept of epistemic violence? In which ways would it change our analyses of direct and physical political violence, if we developed a theory of epistemic violence?

At the same time, the concept of the workshop invited to reflect upon how epistemic violence unfolds especially in the privileged and powerful fields of academic knowledge production that the participants – students, scholars, teachers at Western European universities – were part of, and in which ways we can avoid or possibly overcome it.

Tagungsbericht

veranstaltet in Kooperation mit der Colonial/Postcolonial/Decolonial Working Group der British International Studies Association

Die Internationalisierung der Universitäten in der globalen Geopolitik des Wissens

Vorträge und Podiumsdiskussion, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, 2. Dezember 2015

Im Zentrum des Nachmittags steht eine post- bzw. dekoloniale Analyse dessen, was zunehmend als Qualitätsmerkmal wissenschaftlicher Forschung und Lehre per se gilt, beiden jedoch immer schon implizit inhärent war: Internationalität. Sie war und ist es auf ganz unterschiedliche, aber auch auf ganz spezifische Art und Weise. Vor allem die lateinamerikanische Forschungsgruppe Modernidad/Colonialidad, die einen explizit dekolonisierenden Ansatz vertritt, aber auch zahlreiche VertreterInnen postkolonialer Studien etwa aus Indien, verweisen auf die zutiefst eingeschriebene Kolonialität des wissenschaftlichen Systems selbst, dessen Entwicklung sich historisch nicht von der imperialen Expansion Europas trennen lässt. Fernando Coronil hat diesen Umstand mit Okzidentalismus, Walter Mignolo mit dem Begriff der Geopolitik des Wissens umschrieben.

Globale Arbeitsteilung und Rassismus – die Grundlage erfolgreicher Kolonisierung in globaler Dimension – sind auf allen Ebenen auch in die Produktion, Distribution und Konsumption wissenschaftlichen Wissens eingeschrieben. Ihre Spuren finden sich im heute vielfach betrauerten Humboldt’schen Bildungsideal ebenso wie in der nach allen Regeln der Evaluationskunst internationalisierten corporate university des 21. Jahrhunderts. Sie finden ihren spezifischen Widerhall auch in der vermeintlichen Peripherie, wie zB in den Praktiken einer kleinen Universität im Süden Österreichs, die im gegenwärtigen Internationalsierungs-Hype zur permanenten Transformation entsprechend vermeintlich neutraler, universeller Qualitätsstandards aufgerufen ist. Dieser Konstellation sollen Vortrag (Prof. Manuela Boatcă) und Kommentare (Dr. Wiebke Keim, Mag. Florian Kerschbaumer) der International Lecture nachgehen.

Videodokumentation

veranstaltet in Kooperation mit der Universitätenkonferenz Österreich (UniKo) und dem Österreichischen Akademischen Austauschdienst (OeAD)

 

Stell‘ Dir vor es ist Krieg, und die Friedensforschung denkt wie das Militär

Panel beim Jahreskolloquium der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK)
20. März 2015, Spandau

Von epistemischer Gewalt zu epistemischem Ungehorsam? Dekoloniale und feministische Herausforderungen

Tagung, Humboldt-Universität zu Berlin, 16. Mai 2014, Berlin

Was ist epistemische Gewalt – und warum sollten wir mehr darüber wissen? Ziel des Kolloquiums ist es, einen Beitrag zur Theoretisierung der Gewaltförmigkeit von Wissen(schaft) zu leisten und dabei das eigene Tun im universitären Feld als strukturell eingebettet in epistemische und politische Asymmetrien der globalen Moderne zu verstehen. Feministische, queere, post- und dekoloniale Ansätze aus unterschiedlichen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Traditionen werden auf theoretischer, methodologischer und nicht zuletzt auch universitäts- und wissenschaftspolitischer Ebene im Spannungsfeld zwischen Formen epistemischer Gewalt (Spivak) und Möglichkeiten epistemischen Ungehorsams (Mignolo) diskutiert.

Programm

Tagungsbericht

veranstaltet in Kooperation mit dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Das Konzept epistemische Gewalt und der Film Halfmoon Files als Ressource für die Friedens- und Konfliktforschung

Workshop im Rahmen der Nachwuchstagung What the FuK? Kritische Perspektiven in der/auf die Friedens- und Konfliktforschung der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK)
3. April 2014, Schwerte

Film

 

 

sonstige Veranstaltungen seit 2010 siehe Forschungsdokumentation der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

 

Veranstaltungen vor 2010

Mai 2008 Workshop Kritischer Okzidentalismus. Migrationsregime, Neorassismen und Europolitiken, Institute for Cultural Inquiry, Berlin

Juni 2007 internationale Tagung De/Konstruktionen von Okzidentalismus. Eine geschlechterkritische Intervention in die Herstellung des Eigenen am Anderen, Humboldt-Universität zu Berlin

Mai 2004 POWI04 – erste österreichische Graduiertentagung für Politikwissenschaft, Institut für Höhere Studien, Wien